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Historie der
Herren von Westerholt
Mit den
adeligen Häusern Beck, Lüttinghof,
Horneburg, Henrichenburg, Malenburg und
Buddenburg gehört
Westerholt zu der Randzone zwischen Lippe
und Emscher, die von Lünen her geographisch
an das südliche
Münsterland anschließt.
Die Übergänge zur Emscher, die vor der
Eiszeit die Fortsetzung der mittleren Lippe
zum Rhein darstellte und viele
Zuflüsse vom Vestischen Rücken aufnahm, sind
fließend. Im Industriezeitalter ist dieses
Gebiet in der einheitlichen
Großlandschaft des Reviers aufgegangen.
Da eine wichtige ältere Straße bei
Westerholt (= Westerholz) nicht vorhanden
war, sind vermutlich die 200 m
vom Schloss entfernten ergiebigen Quellen,
aus denen das weitläufige Gräftensystem noch
heute sein Wasser
bezieht, für die erste Burg entscheidend
gewesen. Die alte Kernanlage bestand aus
drei Inseln, die auf einer von
Südwesten nach Nordosten gerichteten Achse
lagen. Die heutigen Gebäude mit dem Schloss
stehen auf der
östlichen Insel; die alte Burg lag auf der
westlichen Insel, umschlossen vom sog.
„Taubenteich“.
Bei der Geschichte des Geschlechtes derer
von Westerholt ist von Recklinghausen
auszugehen, das im Jahr 1017
in einer Urkunde Kaiser Heinrichs II.
erstmals erwähnt wird. Wahrscheinlich war
Recklinghausen ein Königshof
mit einer für das gesamte Vest zuständigen
Urpfarrei. Die älteste Urkunde in Westerholt
stammt aus dem
Jahr 1047 und verweist allerdings auf die
Abtei Werden. Die Abtei besaß damals in
Westerholt einen Hof,
dessen Einkünfte der Abt Gerold für eine
Stiftung heranzog, die er am 3. Mai 1047
machte. Demnach bestimmt
Gerold, dass nach seinem Tod jährlich ein
Gedächtnis gehalten werde und dass die
Jahreseinnahmen aus einer
Anzahl von Gütern für die Bekleidung der
Klosterschüler in Werden mit Leinenröcken
Verwendung finden sollten.
Zu den in der Urkunde genannten Gütern
gehört auch der Hof Westerholt, „iuxta
Redese“ (bei Resse). Es ist
anzunehmen, daß die Abtei Werden in
Westerholt, Resse und Umgebung weitere Höfe
besaß.
Die Kölner Erzbischöfe mussten ihre
Landeshoheit im Vest Recklinghausen in
jahrhundertelangen Kämpfen mit
den Grafen von der Mark und von Kleve
verteidigen. Das sie siegreich blieben,
verdanken sie der vestischen
Ritterschaft, deren Kern die Recklinghäuser
Burgmannen bildeten. Diese waren
hervorgegangen aus den
Dienstmannen der Könige auf dem Reichshof
Recklinghausen.
Für ihre Tätigkeit bekamen die Burgmannen
Entschädigungen, sog. „Burglehen“, vom
Erzbischof von Köln
verliehen. Eines dieser Lehen hatten die
Herren von Westerholt in Besitz. Die Urkunde
darüber stammt aus dem
Jahr 1193. Damals kauft der Abt Biselerus
von Knechtsteden den Hof Erkenschwick und
das Kloster
Flaesheim. Verhandlungspartner sind der
Recklinghäuser Schultheiß und die Burgmannen
Johann und Dietrich
von Westerholt. In der Westerholter
Pfarrchronik heißt es dazu: „Die Herren von
Westerholt sollen aus dem
Oldenburgischen (Niederdeutschen)
herstammen und sind wahrscheinlich in diese
Gegend gezogen, dadurch
dass sie als Getreue des Kaisers sich die
Erbvogtei über die Reichshöfe im Vest
Recklinghausen verschafften.“
Da sich einer der Brüder in der genannten
Urkunde „von Westrem“ nach dem gleichnamigen
Hof nennt, ist
anzunehmen, dass dieses auch in Westerholt
so abgelaufen ist: „Westerholt“, ein
Flurname für ein Gehölz im
Westen vom Reichshof Recklinghausen, geht
über auf den Hof, der dort entsteht, und
wird schließlich zum
Familiennamen
der Dienstmannen.
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